Petra Siegel · Dipl. Sozialpädagogin · Voltigierpädagogin · 40699 Erkrath · Fon 0178.279 14 20 · Mail: info@pferde-traeume.de · Inhaltsverzeichnis · Impressum
Pferdeträume

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Kuratorium für therapeutisches
Reiten e.V.
 

REITTHERAPIE

Sprachförderung

Die Basis des Begrifflichen ist das konkrete "Begreifen", die Vorstufe sprachlicher Kommunikation ist die Mitteilung durch Mimik, Gestik und Bewegung, Vorrausetzung hierfür ist die gesunde Entwicklung der Wahrnehmung (sensorische Integration).

Die Reittherapie setzt individuell am emotionalen und kognitiven Entwicklungsstand an. Sie ist insbesondere bei Sprachentwicklungsverzögerungen und –störungen in Zusammenhang mit Wahrnehmungsbeeinträchtigungen, Kommunikationsstörungen, emotionalen Problemen, motorischen Entwicklungsverzögerungen, geistigen Behinderungen und Autismus eine außergewöhnlich gute Fördermöglichkeit.

Das Pferd trägt, bewegt, rhythmisiert und reguliert den Muskeltonus. Im Umgang mit dem Pferd werden Grob- und Feinmotorik, Fingerfertigkeit(Fingerfertigkeit und Mundmotorik stehen in einem engen Zusammenhang) gefördert. Durch das körperliche „Sich-einlassen“ auf die Bewegung des Pferdes entsteht direkte Kommunikation, in der Reittherapie sprechen wir von einem Bewegungsdialog, welcher Kommunikationsblockaden lösen oder lockern kann. Die Bewegung des Pferdes macht körperlich und geistig wach und in emotional geborgenen Rahmenbedingungen kann Entwicklung enorme Fortschritte machen. Dies gilt auch und besonders für autistische Kinder.

Der Aufbau einer dem emotionalen Entwicklungsstand angemessenen Beziehung, ist nicht nur ein wichtiges Mittel um emotionale Sprechhindernisse zu überwinden, sie ist Grundlage in der Reittherapie. In der Praxis heißt das, auch das Pferd geht unvoreingenommen auf den Menschen zu und ist stabiler Beziehungspartner. Es macht dem stotternden Menschen keinen Druck, lässt dem polternden, zu schnell sprechenden Menschen Zeit und regt auf außergewöhnliche Weise das Sprechen an.

An der Entstehung von Sprechstörungen und Sprachentwicklungsverzögerungen können die unterschiedlichsten Faktoren beteiligt sein. Sowohl in der Diagnostik als auch bei den Fördermethoden sollte es um die Förderung der Gesamtpersönlichkeit des Menschen gehen. Selten reichen isolierte Artikulationsübungen aus. Nicht die zu übende Sprache steht im Mittelpunkt der Förderung, sondern das Bereitstellen sinnvoller, an den Entwicklungsstand anknüpfender Handlungs-, Interaktions- und Bewegungsangebote.

Kontakt- und Kommunikationsstörungen, emotionale Schwierigkeiten und Verhaltensauffälligkeiten sind häufig sowohl an der Entstehung der Sprechprobleme beteiligt, als auch eine mögliche Folge dieser. Aus diesem Grund sollten sie so früh wie möglich behandelt werden. Hierbei möchte ich betonen, dass ich die „Behandlung“ als unterstützendes Angebot zum aktiven Handeln des Einzelnen betrachte. Jeder Mensch entscheidet selbst über seine Lernprozesse, Veränderung kann nur jeder selbst vollziehen.